Verfahrensbeistand

Inhalt und Auftrag der Verfahrensbeistandschaft sind geregelt in den §§ 158, 167, 174 und 191 FamFG.

In allen Verfahren vor dem Familiengericht, in denen es um die elterliche Sorge, das Umgangsrecht, die Pflegschaft oder Vormundschaft und um freiheitsentziehende Maßnahmen für das Kind geht, kann es zu inneren Konflikten, familienimmanenten Irritationen etc. kommen.

Als ” Anwalt des Kindes” fungiert in diesen Fällen der Verfahrensbeistand. Er setzt sich für das Interesse und das Wohl des Kindes ein, und er wird allein vom Familiengericht bestellt. Verfahrensbeteiligte dürfen den Verfahrensbeistand beantragen.

Loyalitätskonflikten des Kindes, Zerren der Eltern mit Verlust des Blickes auf das kindliche Wohl, Überforderung in Entscheidungsprozessen, die sich auf die Elternteile beziehen, und Ähnlichem wirkt der Einsatz des Verfahrensbeistandes entgegen. Das Kind findet in ihm die Person, die es selbst anhört, – ggfs. auch Eltern und andere Beteiligte – und es schützend durch das gesamte Verfahren begleitet. Schon ab dem 14. Lebensjahr hat das Kind/der Jugendliche in diesem Sinne ein eigenständiges Recht, um Zuordnung eines Verfahrensbeistandes zu beantragen. Wie konkret das Gericht die Aufträge an den Verfahrensbeistand formuliert, ergibt sich aus der Lage des einzelnen Falles, den Gefährdungsmomenten für das Kind sowie den Wünschen des Kindes. Regelmäßig ist auch hier das Kindeswohl der Maßstab, der zur inneren Ausgestaltung des Amtes führt.

Der Verfahrensbeistand hat das Interesse des Kindes festzustellen und im gerichtlichen Verfahren zur Geltung zu bringen. Er hat das Kind über Gegenstand, Ablauf und möglichen Ausgang des Verfahrens in geeigneter Weise zu informieren. Soweit nach den Umständen des Einzelfalls die Erfordernis dazu besteht, kann das Gericht dem Verfahrensbeistand die zusätzliche Aufgabe übertragen, Gespräche mit den Eltern und weiteren Bezugspersonen des Kindes zu führen sowie am Zustandekommen einer einvernehmlichen Regelung über den Verfahrensgegenstand mitzuwirken. Das Gericht hat Art und Umfang der Beauftragung konkret festzulegen und die Beauftragung zu begründen.